Der Lerninhalt richtet sich an alle, die SAP-Wissen einfach, kompakt und praxisnah erwerben möchten. Unsere Lernplattform bietet Inhalte für Anfänger, Fortgeschrittene und Experten. So können Sie Ihr Wissen Schritt für Schritt erweitern und sich kontinuierlich zum SAP-Experten weiterentwickeln.
Praxishandbuch Geschäftsprozessoptimierung mit ALE/EDI in SAP S/4 HANA
Gedrucktes Buch
39.95€
inkl. 7% MwSt.
- Seiten:284
- ISBN:9783960124832
Flatrate
19 € pro Monat
Einzellizenz 1000+ E-Books und Videos Sofortiger Zugang 12 Monate(228 €pro Jahr) Automatische Verlängerung
Mehr Informationen
Um die Logistik entlang der Lieferketten zu automatisieren und zu optimieren, ist Electronic Data Interchange (EDI) seit vielen Jahren ein wichtiges Hilfsmittel und gewinnt laufend weiter an Bedeutung. Eine Herausforderung ist bei solchen Prozessen, dass die verschiedenen Verarbeitungsschritte oft auf unterschiedlichen ERP-Systemen laufen. Hier kommt die SAP-Technologie Application Link Enabling (ALE) ins Spiel, die verschiedene Dienste für derartige Szenarien bereitstellt. Zentral ist dabei die IDoc-Schnittstelle, über die der Datenaustausch zwischen den Systemen erfolgt. In diesem Buch gibt ein erfahrener SAP Solution Architect Ihnen eine gründliche Einführung in das Thema. Sie erhalten ausführliche Informationen zu EDI-Schnittstellen, Nachrichtenstandards und Kommunikationsprotokollen sowie zum Aufbau und Austausch von IDocs und dem ALE-Verteilungsmodell. Verschiedene EDI-Szenarien aus den Bereichen Vertrieb (SAP-Modul SD), Einkauf (MM) sowie aus Cross-Company-Abläufen werden vorgestellt und anhand von einfachen Anwendungsbeispielen veranschaulicht. Dabei lernen Sie auch die wichtigsten Customizing-Einstellungen sowie die Stellen im Prozess kennen, an denen Ihnen User-Exits individuelle Anpassungen erlauben. Nach der Lektüre haben Sie einen guten Überblick über die Möglichkeiten, die EDI und IDocs Ihnen zur Optimierung Ihrer Geschäftsabläufe im Bereich Lieferkettenmanagement bieten.
- Gründliche Einführung in die Prinzipien von EDI und IDocs
- EDI-Szenarien aus den Bereichen Vertrieb, Einkauf und Cross Company
- Veranschaulichung anhand von einfachen Beispielen
- Grundlegende Customizing- Einstellungen und Hinweise zu User-Exits
Leseprobe
2.1 IDoc
Ein IDoc ist ein nachrichtenorientiertes SAP-Standardformat zum Austausch von Daten zwischen verschiedenen Systemen. Beim Versand eines IDocs bleiben die Anwendungsdaten im System erhalten und gehen nicht verloren. Der Datenaustausch auf Basis von Nachrichten erfolgt asynchron: Das IDoc wird unabhängig vom Zustand oder der Verfügbarkeit des empfangenden Systems verarbeitet.
Asynchrone Datenverarbeitung
Ein Kunde versendet eine Bestellung im EDIFACT-Format über EDI an seinen Lieferanten. Die EDI-Schnittstelle konvertiert die EDIFACT-Datei in ein IDoc und leitet dieses zur Verarbeitung an das SAP-System weiter. Bei fehlerhaften Daten erfolgt keine Anlage der Bestellung im SAP-System. Erst wenn das IDoc korrigiert wurde, wird die nachgelagerte Verbuchung angestoßen.
Die Struktur eines IDocs im SAP-System folgt einem definierten Aufbau und setzt sich aus den folgenden Satzarten zusammen (siehe Abbildung 2.3):
- Kontrollsatz – dieser ist bei allen IDoc-Typen gleich und beinhaltet administrative Informationen beispielsweise über den Absender und Empfänger des IDocs. Der Kontrollsatz existiert genau einmal pro IDoc und wird in der Datenbanktabelle EDIDC abgelegt.
- Datensatz – die Datensätze beinhalten die Anwendungsdaten und werden in der Tabelle EDID4 gespeichert.
- Statussatz – enthält den Verarbeitungsstand des IDocs, also z.B. ob das IDoc fehlerfrei verbucht wurde. Er ist in der Tabelle EDIDS abgelegt. Beim Austausch von IDocs mit externen Systemen wird der Statussatz nicht als Bestandteil der IDoc-Struktur übermittelt. Wird eine Statusrückmeldung benötigt, so kann diese über ein Status-IDoc SYSTAT01 erfolgen.

Abbildung 2.3: IDoc-Struktur
Wie ein IDoc im Dateiformat aussieht, zeigt Abbildung 2.4.

Abbildung 2.4: ORDERS IDoc (geöffnet in der Anwendung Notepad++)
Sobald ein IDoc im SAP-System erzeugt wird, vergibt das System eine eindeutige 16-stellige Identifikationsnummer und speichert diese im Feld DOCNUM. Mit der Transaktion WE02 können Sie sich die gespeicherten IDocs anzeigen lassen (siehe Abbildung 2.5).

Abbildung 2.5: Transaktion WE02 – IDoc anzeigen
Schränken Sie hierzu die Auswahl bei Bedarf über die entsprechenden Auswahlfelder ein. Nach dem Ausführen der Transaktion öffnet sich die IDoc-Liste aus Abbildung 2.6.

Abbildung 2.6: Transaktion WE02 – IDoc-Liste
Auf der linken Bildschirmhälfte werden die selektierten IDoc-Typen in einer Baumansicht, getrennt nach Ausgangs-IDocs und Eingangs-IDocs, aufgeführt. Auf der rechten Bildschirmhälfte sind die dazugehörigen IDocs in einem ALV-Grid aufgelistet. Mit einem Doppelklick auf eine IDoc-Nummer erreichen Sie die Detailsicht (siehe Abbildung 2.7). Auf der linken Bildschirmhälfte sind die einzelnen Satzarten und Segmente des ausgewählten IDocs zu sehen. Auf der rechten Bildschirmhälfte wird neben den technischen Informationen auch der Inhalt eines ausgewählten Segments (hier E1EDK01) angezeigt.

Abbildung 2.7: Transaktion WE02 – IDoc-Detailsicht
Klicken Sie doppelt auf Kontrollsatz , um die dazugehörigen Details aufzurufen.
2.1.1 Kontrollsatz
Der Kontrollsatz speichert Metainformationen, die für die Verarbeitung und Nachverfolgung eines IDocs wichtig sind. In der Kontrollsatzanzeige sind diese Metainformationen in unterschiedlichen Reitern gruppiert. Im Folgenden gehe ich auf einige wichtige Felder in den jeweiligen Registerkarten ein.
Registerkarte »Typinfo«
Die Registerkarte Typinfo gibt Auskunft über den Typ eines IDocs und die logische Nachricht (siehe Abbildung 2.8). Der Typ eines IDocs wird über die beiden Felder Basistyp und Erweiterung bestimmt. Der Basistyp definiert die Struktur und die Segmente des IDocs und legt die Datentypen der jeweiligen Datenfelder fest. Über Erweiterungen können Basistypen mit kundeneigenen Segmenten ergänzt werden. Die Ziffernfolge »05« am Ende des Basistyps ORDERS05 aus Abbildung 2.8 legt die Version fest.

Abbildung 2.8: Transaktion WE02 – IDoc-Kontrollsatzanzeige, Typinfo
Der Nachrichtentyp verbindet einen spezifischen Geschäftsprozess (z.B. Bestellung, Rechnung) mit dem Basistyp eines IDocs. Ein Nachrichtentyp kann mehreren Basistypen zugeordnet werden, ebenso mehrere Nachrichtentypen einem Basistyp (m:n-Beziehung). Das dreistellige Feld Nachrichtenvariante dient dazu, die Nachricht weiter zu spezifizieren und zu differenzieren. Die Bezeichnung können Sie frei wählen. Beispielsweise ließen sich hier Expressbestellungen (Nachrichtenvariante EXP) von normalen Bestellungen (Nachrichtenvariante NRM) unterscheiden. Über die Nachrichtenfunktion wird die Ausführung von bestimmten Aktionen gesteuert. Vorhandene Bestellungen können beispielsweise aktualisiert (Nachrichtenfunktion UPD) oder gelöscht (Nachrichtenfunktion DEL) werden. Auch hier kann die Bezeichnung frei gewählt werden. Das Test-Kennzeichen wird bei ausgehenden IDocs dazu verwendet, dem EDI-Subsystem mitzuteilen, ob Nachrichten aus dem SAP-Testsystem (Kennzeichen gesetzt) oder aus dem produktiven SAP-System gesendet werden. Über dieses Feld können beispielsweise EDIFACT-Nachrichten mit einem Testkennzeichen versehen werden (siehe Abschnitt 1.2.1, Listing 1.2). Alle vier Felder sind auch Schlüsselfelder der Partnervereinbarung (siehe Abschnitt 2.5), wobei nur der Nachrichtentyp obligatorisch ist.
Registerkarte »Partner«
Im Kontrollsatz werden unter den Empfängerinformationen (siehe Abbildung 2.9) wichtige Schlüsselfelder der Partnervereinbarung (siehe Abschnitt 2.5) sowie der Port des Empfängersystems gespeichert. Unter den Absenderinformationen finden sich das Feld Logisches System sowie der Port des aktuellen SAP-Systems.

Abbildung 2.9: Transaktion WE02 – Kontrollsatzanzeige, Partner
Port des SAP-Systems
Der Port des SAP-Systems setzt sich standardmäßig aus SAP und der System-ID (SYS-ID) zusammen. Ist die System-ID z.B. SE1, so lautet der SAP-Port SAPSE1. Bei ausgehenden IDocs füllt das System während der Verarbeitung den Absenderport (EDIDC-SNDPOR). Bei eingehenden IDocs muss der Empfängerport (EDIDC-RCVPOR) in der Form SAP von dem Sendersystem gefüllt werden. Stimmt dieser nicht mit dem empfangenden SAP-System überein, wird eine Fehlermeldung ausgegeben.
Ein logisches System innerhalb eines Netzwerks verteilter Systeme dient als eindeutige Kennung eines Anwendungssystems. In einer verteilten SAP-Landschaft wird ein SAP-Mandant durch die Zuordnung eines logischen Systems eindeutig identifiziert. Sie erreichen die Pflege von logischen Systemen über SALE • IDoc-Schnittstelle/Application Link Enabling (ALE) • Grundeinstellungen • Logische Systeme einrichten • Logisches System benennen (siehe Abbildung 2.10).

Abbildung 2.10: Logisches System benennen
Es gibt zwar keine feste Vorgabe, wie Sie Ihr System benennen sollen, sofern die Bezeichnung unternehmensweit eindeutig innerhalb der verteilten SAP-Landschaft ist, jedoch empfiehlt die SAP folgende Konventionen für die Namen logischer Systeme:
- Es dürfen keine Sonderzeichen verwenden werden, da diese zu technischen Problemen führen können.
- Der Name ist aus den 26 Großbuchstaben des englischen Alphabets und den 10 Ziffern gebildet.
- Das erste Zeichen sollte ein Buchstabe sein.
- Der Name sollte, wenn möglich, nach der Form CLNT gebildet werden.
Die System-ID ist die dreistellige Bezeichnung des SAP-Systems, der Client der dreistellige Mandant. Das SAP-System, das ich für dieses Buch verwende, wird beispielsweise durch SE1CLNT444 identifiziert (siehe Abbildung 2.11). Die Zuordnung des logischen Systems zum Mandanten erfolgt über den Customizing-Pfad SALE • IDoc-Schnittstelle/Application Link Enabling (ALE) • Grundeinstellungen • Logische Systeme einrichten • Logisches System einem Mandanten zuordnen.

Abbildung 2.11: Logisches System einem Mandanten zuordnen
Registerkarte »Techn. Info«
Die Registerkarte Techn. Info (siehe Abbildung 2.12) zeigt, wann das IDoc in der Datenbank gespeichert wurde und wann die letzte Änderung erfolgte. Diese Zeitpunkte stimmen jedoch nicht überein, da sich der Kontrollsatz bei jeder Statusaktualisierung ändert. Das Feld Serialisierung wird vom System vergeben und kann im Empfängersystem verwendet werden, um die IDocs in eine Reihenfolge zu bringen.

Abbildung 2.12: Transaktion WE02 – Kontrollsatzanzeige, technische Info
Registerkarte »Adressinfo«
Auf der Registerkarte Adressinfo (siehe Abbildung 2.13) werden logische Adressen für den Empfänger sowie den Absender eingetragen. Sie dienen in der EDI-Schnittstelle dazu, beispielsweise die Felder »Sender« und »Empfänger« des UNB-Segments einer EDIFACT-Nachricht zu befüllen (siehe Abschnitt 1.2.1). Bei Unternehmen in der Automobilindustrie ist das z.B. die Odette-ID. Unternehmen, die beim GS1-Netzwerk registriert sind, tragen hier die Global Location Number (GLN) ein.

Abbildung 2.13: Transaktion WE02 – Kontrollsatzanzeige, Adressinfo
2.1.2 Datensatz
Die in der Tabelle EDID4 gespeicherten Datensätze des IDocs sind in Steuerungs- und Anwendungsdaten unterteilt (siehe Abbildung 2.14). Die Segmente enthalten die Anwendungsdaten des jeweiligen IDoc-Typs und sind im Feld SDATA gespeichert. Das Feld SEGNAM spezifiziert den Segmentnamen. Segmente können auch Kindsegmente enthalten. Bei Kindsegmenten wird im Feld PSGNUM das übergeordnete Vatersegment hinterlegt. Auf welcher Hierarchieebene ein Segment existiert, wird über das Feld HLEVEL beschrieben.

Abbildung 2.14: IDoc-Datensatz und Segmentstruktur der Tabelle EDID4
Die zugrunde liegenden Felder und Datentypen der Tabelle EDID4 lassen sich mithilfe der Transaktion SE11 anzeigen (siehe Abbildung 2.15).

Abbildung 2.15: SE11 – Tabelle EDID4 anzeigen
Das Feld SDATA ist hier besonders interessant. Dieses ist vom Datentyp LCHR und hat eine Länge von 1000 Zeichen, um die einzelnen IDoc-Segmente mit variabler Länge und Struktur als Text in der Tabelle EDID4 zu speichern. Beim Zugriff auf die Tabelle in einem ABAP-Programm beispielsweise ist es wichtig, die richtige Konvertierung vorzunehmen, um die enthaltenen Daten korrekt zu interpretieren (siehe Listing 2.1). Die Struktur edid4 ist für alle IDoc-Typen identisch, somit können Anwendungsdaten unabhängig von dem zugrunde liegenden betriebswirtschaftlichen Prozess in der Tabelle gespeichert werden.
" Deklaration der zu lesenden Struktur DATA: ls_e1edk01 TYPE e1edk01. SELECT SINGLE dtint2, sdata FROM edid4 INTO @DATA(edid4_line) WHERE docnum = 208018 AND segnam = 'E1EDK01'. " Konvertierung von SDATA in das entsprechende Format ls_e1edk01 = edid4_line-sdata.
Listing 2.1: Lesen des Segments E1EDK01 aus der Tabelle EDID4
Datentyp LCHR
Dieser Datentyp dient zum Speichern von langen Textfeldern mit Längen zwischen 256 und 32.000 Zeichen. Damit Werte in der Datenbanktabelle abgelegt werden können, muss auch die maximale Länge in einem vorangehenden INT2- oder INT4-Feld abgelegt werden. Auch das Auslesen des Tabelleninhalts mittels Select-Anweisungen erfolgt nur in Verbindung mit dem Längenfeld (siehe Listing 2.1).
2.1.3 Statussatz
Die Statussätze eines IDocs informieren über dessen einzelne Verarbeitungsschritte und speichern diese zum Zweck der Überwachung sowie der Statistik. Ein wesentlicher Bestandteil der Statussätze ist die IDoc-Nummer, die deren Zuordnung zum IDoc dient. Dadurch besteht die Option, Statussätze separat und zu einem späteren Zeitpunkt an bereits versendete IDocs anzuhängen. EDI-Subsysteme beispielsweise können Statussätze an das SAP-System zurücksenden und über die Verarbeitungsschritte (z.B. Konvertierung, Versand an Partner) des empfangenen IDocs informieren. Die Statussätze eines IDocs lassen sich über verschiedene Transaktionen anzeigen. Eine hervorragende Möglichkeit, sich einen ersten Überblick über den aktuellen Verarbeitungsstatus von IDocs zu verschaffen, ist der Einstieg über den Statusmonitor mit der Transaktion BD87 (siehe Abbildung 2.16). Schränken Sie hierzu bei Bedarf die Auswahl über die entsprechenden Felder ein.

Abbildung 2.16: Transaktion BD87 – Statusmonitor für ALE-Nachrichten
Tägliches Monitoring mit der Transaktion BD87
In der Praxis werden für das tägliche Überwachen (Monitoring) verschiedene Anzeigevarianten angelegt, welche die Auswahl beispielsweise auf bestimmte IDoc-Typen oder einen definierten Zeitraum eingrenzen.
Nach dem Ausführen der Transaktion erhalten Sie einen Überblick über den letzten protokollierten Status der Eingangs- und Ausgangs-IDocs (siehe Abbildung 2.17). Ein Status beinhaltet einen zweistelligen numerischen Wert, der in der Spalte IDoc-Status angegeben wird. Aus der Spalte Anzahl ersehen Sie die Menge an IDocs, die den jeweiligen Statuswert aufweisen. Möchten Sie sich den Verlauf aller Statusmeldungen eines IDocs anzeigen lassen, markieren Sie zunächst den betreffenden Status und führen anschließend die Funktion IDocs anzeigen aus. Alternativ können Sie auch per Doppelklick die Statusmeldung auswählen.

Abbildung 2.17: Transaktion BD87 – Statusanzeige für IDocs, 1
Klicken Sie danach doppelt auf die IDoc-Nummer (siehe Abbildung 2.18).

Abbildung 2.18: Transaktion BD87 – Statusanzeige für IDocs, 2
Daraufhin öffnet sich die IDoc-Anzeige aus Abbildung 2.19. Klappen Sie auf der linken Bildschirmhälfte die Statussätze in der Baumansicht auf, um alle protokollierten Status zu sehen. Detaillierte Informationen über einen Statussatz erhalten Sie, indem Sie per Doppelklick die zweistellige Statusnummer auswählen (in Abbildung 2.19 ist es z.B. die 53). Es erscheint die Statussatzanzeige aus Abbildung 2.20. Auf der Registerkarte Statusdetails werden zusätzliche Informationen zum Status angezeigt. Bei einem Verarbeitungsfehler wird beispielsweise eine SAP-Nachricht mit einer spezifischen Nachrichtenklasse V1 (Feld Identifizierung, technisches Feld STAMID) sowie einer Nachrichtennummer 311 (Feld Nachrichtennr, technisches Feld STAMNO) protokolliert und dem Statussatz zugewiesen.

Abbildung 2.19: IDoc-Anzeige

Abbildung 2.20: Statussatzanzeige
Wie bereits an einigen Stellen erwähnt, wird ein Status durch einen zweistelligen numerischen Wert definiert und im Feld Status des Statussatzes gespeichert. Welche Statuswerte konkret im SAP-System definiert sind, können Sie über das IDoc-Bereichsmenü unter WEDI • Steuerung • Status • Statuswerte pflegen oder direkt über die Transaktion WE47 einsehen (siehe Abbildung 2.21).

Abbildung 2.21: Transaktion WE47 – Statuswerte pflegen
Statuswerte
Die Statuswerte für ausgehende IDocs liegen zwischen 01 und 49, die Statuswerte für eingehende IDocs zwischen 50 und 99.
Detaillierte Informationen erhalten Sie, indem Sie doppelt auf einen Statuswert klicken (siehe Abbildung 2.22).

Abbildung 2.22: Transaktion WE47 – Statuspflege, Details
Über das Feld Qualifizierung ist dem Status eine Statusgruppe zugewiesen, die wiederum einem Ampelcode (siehe Abbildung 2.23) zugeordnet ist. Die Ampel verdeutlicht, wie der aktuelle Status gewertet werden soll (Erfolgsstatus oder Fehlerstatus).
Die definierten Statusgruppen erreichen Sie über das IDoc-Bereichsmenü WEDI • Steuerung • Status • Statusgruppen pflegen (Transaktion WELI).

Abbildung 2.23: Transaktion WELI – Ampelzuordnung Statusgruppen
Können eigene Statuswerte definiert werden?
Obwohl die Transaktionen eine »Pflege« der Statuswerte bzw. der Statusgruppen suggerieren, ist das Hinzufügen von eigenen Statuswerten nicht vorgesehen. Dies würde aus Sicht von SAP eine Modifikation darstellen und das Konzept der Statuswerte verletzen.
Erzeugung von Statussätzen – technische Realisierung
Die Erzeugung sowohl von eingehenden als auch von ausgehenden IDocs wird mit dem Funktionsbaustein EDI_DOCUMENT_OPEN_FOR_CREATE eingeleitet (siehe Abschnitt 2.2). Innerhalb dessen wird der initiale Status 50 (siehe Abbildung 2.24) bei eingehenden und 01 (siehe Abbildung 2.25) bei ausgehenden IDocs in eine interne Struktur geschrieben.

Abbildung 2.24: Initialer Status 50 – IDoc-Eingang

Abbildung 2.25: Initialer Status 01 – IDoc-Ausgang
Zunächst wird das IDoc mit dem Funktionsbaustein EDI_DOCUMENT_OPEN_FOR_PROCESS geöffnet, anschließend über EDI_STATUS_ADD_BLOCK der erste Statussatz hinzugefügt und mithilfe der Funktion EDI_DOCUMENT_CLOSE_CREATE_TAB auf die Datenbank geschrieben. Danach werden alle weiteren Status über EDI_DOCUMENT_STATUS_SET ergänzt, bevor das IDoc schließlich mit dem Funktionsbaustein EDI_DOCUMENT_CLOSE_PROCESS geschlossen wird.
IDoc-Erzeugung aus Testtransaktionen
Eine Besonderheit gibt es, wenn die IDocs über Testtransaktion wie z.B. WE19 erzeugt werden. Bei der ausgehenden Verarbeitung wird vor den Status 01 der Status 42 (IDoc aus Testtransaktion erzeugt) geschrieben, bei ausgehenden IDocs der Status 74 (IDoc aus Testtransaktion erzeugt) vor den Status 50.
2.1.4 IDoc-Dokumentation
Wenn Sie wissen möchten, wie die Datenstruktur eines bestimmten IDoc-Typs aussieht, können Sie die Dokumentation zu diesem über die Funktion WEDI • Dokumentation • IDoc-Typen (Transaktion WE60) einsehen. Geben Sie im Feld Basistyp den gewünschten IDoc-Typ ein (hier ORDERS05), und setzen Sie anschließend für die einzelnen IDoc-Satzarten die jeweiligen Kontrollkästchen (siehe Abbildung 2.26). Klicken Sie zum Schluss auf die Schaltfläche
. Daraufhin öffnet sich die Dokumentation im HTML-Format.

Abbildung 2.26: Transaktion WE60 – Dokumentation von IDoc-Typen
Auf der linken Bildschirmhälfte befindet sich die Navigation für diese HTML-Seite (siehe Abbildung 2.27). Hier werden Ihnen über Segment-Strukturen die jeweiligen Segmenttypen mit den einzelnen Feldern angezeigt.

Abbildung 2.27: Transaktion WE60 – Dokumentation im HTML-Format
Aus dem Einstiegsbild der Transaktion (siehe Abbildung 2.28) haben Sie außerdem die Möglichkeit, über den Menüpunkt Dokumentation die IDoc-Typ-Definition auch in einem anderen Format anzuschauen bzw. herunterzuladen.

Abbildung 2.28: Transaktion WE60 – Dokumentation des IDoc-Typs in anderen Formaten
Dies ist nützlich, um beispielsweise Ihrem EDI-Dienstleister neue oder erweiterte IDoc-Typen strukturiert mitzuteilen. Ihr EDI-Dienstleister kann anschließend die Formate maschinell einlesen, um die Datenstruktur ohne manuelle Anpassungen in seine Anwendung (EDI-Schnittstelle) zu übernehmen. Neben den gängigen Definitionsstrukturen wie XML-Schema und DTD (Document Type Definition), die für die Strukturierung von XML-Dateien verwendet werden, können Sie über den Menüpunkt C-Header auch eine Deklarationsdatei für C-Programme (.h-Datei) erstellen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eine SAP-spezifische Definitionsdatei (Parser) zu nutzen (siehe Abbildung 2.29). Deren Beschreibung erreichen Sie über die Schaltfläche .

Abbildung 2.29: Transaktion WE60 – SAP-spezifische Definitionsdatei
Über das Menü System • Liste • Sichern können Sie diese lokal z.B. als Textdatei auf Ihrem Computer speichern.
Zum Schluss zeige ich Ihnen, wie Sie für diese Parser-Datei ein IDoc erzeugen, das Sie später bei Bedarf direkt über die IDoc-Schnittstelle an Ihren EDI-Dienstleister versenden können. Klicken Sie ausgehend von dem Einstiegsbild der Transaktion WE60 (siehe Abbildung 2.28) im Menü auf Dokumentation • Transport-IDoc. Es öffnet sich das Fenster aus Abbildung 2.30. Geben Sie die Werte für die beiden Felder Partnernummer und Partnerart entsprechend den Einstellungen für den Nachrichtentyp SYIDOC vor. Zuvor müssen Sie jedoch, falls nicht vorhanden, die Ausgangsparameter in den Partnervereinbarungen pflegen (siehe Abschnitt 2.5.1). Erzeugung und Versand des IDocs stoßen Sie mit dem grünen Häkchen an.

Abbildung 2.30: Transaktion WE60 – Transport-IDoc erzeugen
Das erzeugte IDoc können Sie sich anschließend über die Transaktion WE02 anzeigen lassen (siehe Abbildung 2.31).

Abbildung 2.31: Transaktion WE02 – Transport-IDoc SYIDOC
Egal ob Bücher, Videos oder Online-Trainings: Unsere Produkte vermitteln SAP-Wissen kompakt und praxisnah, sodass Sie es auch bei wenig Zeit direkt in Ihren Arbeitsalltag integrieren können. Sie profitieren von einer breiten Abdeckung relevanter SAP-Themen, hochwertigen Inhalten in vier Sprachen und Lernformaten, die sich an Ihren individuellen Bedürfnissen orientieren. So bleiben Sie fachlich auf dem neuesten Stand und bauen Ihr Wissen kontinuierlich aus.
Unsere Bücher zeichnen sich durch einen klaren Praxisfokus und eine kompakte, verständliche Darstellung aus. Wir erklären komplexe SAP-Themen auf den Punkt – ohne unnötige Marketing-Phrasen. So kommen Leser schnell zum Wesentlichen und können das Wissen direkt anwenden.
Unsere Print-Bücher kann man innerhalb von 14 Tagen im Originalzustand und auf eigene Kosten zurückschicken.
Aktuell ist ein direkter Buchversand nur innerhalb Deutschlands möglich. Für Buch-Bestellungen außerhalb von Deutschland empfehlen wir den Kauf via Amazon. Den Link finden sie in einem Produkt bei uns um Webshop auf "E-Book kaufen" klicken. Auf Amazon werden ihnen dann die E-Book und Printvariante des Buches zum Kauf angezeigt. Zugriff auf alle Inhalte erhalten Sie schon ab 19€ pro Monat mit unserem Digital-Abo.
Unser Team ist jederzeit für Ihre Fragen da und meldet sich schnellst möglich (max 1-2 Tage). Kontaktieren Sie uns auch, wenn Sie Fragen an eine Autorin/einen Autor haben. E-Mail: contact@espresso-tutorials.com

