Organizational Change Management für SAP-S/4HANA-Transformationen

Organizational Change Management für SAP-S/4HANA-Transformationen

Teil von:

Sprache

Deutsch

Seiten

204

Niveau

Einsteiger

ISBN

9783960124870

ISBN-Druck

9783960124559

Gedrucktes Buch

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  • Seiten:204
  • ISBN:9783960124559
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Die Umstellung eines Unternehmens auf eine neue ERP-Software wie SAP S/4HANA ist nicht nur eine technische Herausforderung. Auch und gerade der »Faktor Mensch« spielt eine zentrale Rolle: Dass die Mitarbeiter, die Führungskräfte, ja, alle beteiligten Stakeholder Verständnis für das Projekt entwickeln und es möglichst aktiv unterstützen, ist eine wichtige Voraussetzung für dessen erfolgreiche Umsetzung. Organizational Change Management (OCM) ist eine wertvolle Hilfe, um diese Herausforderung zu meistern.

In diesem Buch stellt eine erfahrene Organizational Change Managerin für alle, die an verantwortlicher Stelle an einem S/4HANA-Transformationsprojekt teilnehmen, den Einsatz von OCM in einem derartigen Prozess systematisch dar. Sie erklärt den grundlegenden Ansatz, der hinter diesem Konzept steht, und geht darauf ein, was Sie bei der Umsetzung im konkreten Fall berücksichtigen müssen. Ausführlich widmet sie sich dem Thema Stakeholder: wie Sie mit ihnen kommunizieren und sie so für die Veränderung begeistern. Ebenso gibt es ausführliche Kapitel über Training und Fortbildung sowie zu den Erfolgsfaktoren, die in Ihrem Team den Change-Prozess befördern. Alle Themen veranschaulicht die Autorin anhand von Praxisbeispielen aus eigener Erfahrung. So entwickeln Sie eine klare Vorstellung, wie Sie den »Fahrplan« für Ihr eigenes Transformationsprojekt aufstellen.

  • Gründliche Einführung in Change Management
  • Viele konkrete Tipps zur Stakeholderkommunikation
  • Alles zum Thema Training und Fortbildung
  • Maximaler Lerneffekt durch positive und negative Praxisbeispiele

Leseprobe

2.1 Vision und Ziele der Veränderung

Die Visionen vom Arbeiten mit einem neuen SAP-System variieren. Alles ist denkbar zwischen »Wir führen eine verlässliche und mit den Lieferanten kompatible SAP-Lösung ein, um uns weiter zu professionalisieren« über »Wir gehen auf SAP S/4HANA, weil unsere alte Lösung ab 2028 nicht mehr unterstützt wird« bis hin zu »Wir harmonisieren Prozesse und Systeme im Konzernverbund und möchten dadurch Synergieeffekte erzielen und die Kosten senken.« Sie sehen: Einige klingen recht pragmatisch, andere motivierender.

Für den Organizational Change Manager ist es wichtig, diese Vision des Unternehmens für das Projekt zu kennen. Bringen Sie in Erfahrung, wie man sie durch die Neuerungen umzusetzen gedenkt, und nutzen Sie sie ab diesem Zeitpunkt als die wichtigste Leitplanke für die Veränderungskommunikation und die Trainings. Die Vision umfassend zu benutzen, hilft, das »Warum« der Veränderung verständlich zu machen. Auch wenn es sich um etwas so Banales handelt wie Kosteneinsparungen.

Sollte es keine Projektvision geben, sollte das OCM-Team eine solche mit der Geschäftsführung und den Projektleitenden entwerfen und abstimmen. Schon bei der ersten Kommunikation zum Projekt wird sie Verwendung finden. Eine Vision sollte kurz und prägnant sein. Im besten Fall ist sie auch leicht zu merken.

Projektmetaphern: Von Neubauten und Schiffsflotten

Die besondere Bedeutung eines SAP-Projekts für das Unternehmen wird häufig durch zukunftsorientierte oder zweck-verdeutlichende Projektnamen unterstrichen. Dazu kommen eigens für das Projekt konzipierte Logos und Designs für Unterlagen, die sich teilweise vom üblichen Design der Firmenmaterialien abheben. Auch Metaphern sind gebräuchlich, die auf einfache Weise zeigen, wie das Projekt zu sehen ist – und auch, wie es sich anfühlen mag. Beispielsweise ließe sich ein SAP-Projekt mit der Sanierung eines Hauses vergleichen: Noch während Menschen darin wohnen, werden das Fundament und alle wichtigen Leitungen ausgetauscht. Das ruckelt und wackelt und ist nicht immer angenehm, verbessert jedoch langfristig die Wohnqualität und ertüchtigt das Gebäude. Oder rollen Sie im Verbund mit anderen Konzernunternehmen SAP S/4HANA aus? Dann lässt sich das mit einer Flotte von Schiffen vergleichen. Alle wollen in denselben Hafen. Jedes für sich wird dafür Klippen umschiffen, Unwetter durchfahren etc. Doch alle fahren im Verbund und werden sich gegenseitig unterstützen.

Dank Bildsprache und Kontextualisierung erlangen auch Stakeholder, die von der Veränderung nicht direkt betroffen sind, ein Grundverständnis des komplexen Projekts.

Bewertungen

  • T. Heisig

    19.01.2026

    Das Buch ist ein absoluter Gewinn für jedes S/4HANA-Projektteam. Sophia Erfurt schafft es hervorragend, die oft theoretischen Konzepte des Change Managements praxisnah auf die spezifischen Herausforderungen einer SAP-Transformation zu übertragen. Besonders wertvoll sind die konkreten Handlungsempfehlungen und Checklisten, die dabei helfen, Widerstände frühzeitig abzubauen und die Anwender aktiv einzubinden. Ein fundierter Leitfaden, der zeigt, dass der Erfolg einer Migration nicht nur an der Technik, sondern vor allem an der Akzeptanz der Menschen hängt. Sehr empfehlenswert!
  • M. Sand

    19.01.2026

    Am besten an dem Buch gefiel mir seine Praxisverbundenheit. Ziel des Buches ist es, Verantwortliche strukturiert durch SAP-Einführungen und Transformationsprojekte zu begleiten und dabei Projektnebenkosten zu reduzieren, die durch Widerstände, Unsicherheiten und Produktivitätsverluste entstehen. Es versteht sich daher als praxisorientierte Anleitung für Organizational Change Management (OCM) in SAP-Projekten und richtet sich an Projektleitende, Teilprojektleitende und Projektmitglieder ebenso wie an Berater, Change Agents und Führungskräfte. Bereits zu Beginn wird deutlich, dass OCM nicht als standardisierte Lösung verstanden wird, sondern als kontextabhängiger Ansatz, der sich von Projekt zu Projekt und von Organisation zu Organisation unterscheidet. Diese ehrliche Haltung – es gibt nicht die eine richtige Lösung – zieht sich konsequent durch das gesamte Werk und bildet eine realistische Grundlage für die weitere Auseinandersetzung. Denn SAP-Einführungen und -Transformationen zählen zu den komplexesten und risikobehaftesten Vorhaben in Unternehmen. Technische Herausforderungen sind dabei oft nur ein Teil des Problems – entscheidend für den Projekterfolg ist jedoch der Faktor Mensch. Im ersten Kapitel werden zentrale Change-Management-Modelle vorgestellt und eingeordnet. Den Einstieg bildet das Drei-Phasen-Modell nach Kurt Lewin, das noch immer einen leichten Zugang zum Thema “Veränderungsprozesse gestalten” bietet. Darauf aufbauend wird das Acht-Stufen-Modell nach John P. Kotter eingeführt, das insbesondere die kontinuierliche Rolle des Change Managers bei der Visionserarbeitung und beim Abbau von Hindernissen verdeutlicht. Positiv hervorzuheben ist, dass die Modelle nicht isoliert betrachtet, sondern konsequent in den Kontext moderner, dynamischer Großprojekte eingeordnet werden. Die Autorin zeigt nachvollziehbar auf, warum klassische Modelle in komplexen Transformationsvorhaben häufig zu kurz greifen und adaptive, situationsbezogene Vorgehensweisen notwendig sind. Ein praxisnahes Beispiel – die Planung eines Workshops zwischen konflikthaften Abteilungen – illustriert diese Erkenntnis anschaulich. Ergänzend werden SAP-spezifische Aspekte wie Projekt-Roadmaps sowie einige Unterschiede zwischen Greenfield- und Brownfield-Projekten erläutert. Besonders hilfreich ist die klare Abgrenzung von OCM zu angrenzenden Disziplinen wie IT-Change-Management, Projekt-, Risiko- und Krisenmanagement. Diese Differenzierung schafft Orientierung in einem Feld, das in der Praxis häufig unscharf verwendet wird, und unterstützt insbesondere weniger erfahrene Projektbeteiligte. In den folgenden Kapiteln liegt der Fokus stärker auf der praktischen Umsetzung. Kapitel zwei widmet sich der Definition von Visionen und Zielen und nutzt eine einprägsame Metapher: SAP-Projekte werden mit der Sanierung eines Hauses verglichen, während dessen die Bewohner weiterhin darin leben. Dieses Bild verdeutlicht anschaulich die Belastungen, aber auch den langfristigen Nutzen von Transformationen. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass Change Manager nicht die Aufgaben von Führungskräften oder Mitarbeitenden übernehmen sollten – Führungsverantwortung bleibt Führungsverantwortung. Kapitel drei behandelt Kommunikation und Beteiligung. Die Rolle von Key Usern, die in Projekten häufig zu wenig Anerkennung erhalten, wird ebenso thematisiert wie der sinnvolle Einsatz bestehender Kommunikationskanäle. Konkrete Empfehlungen, etwa zur Struktur eines Kommunikationsplans, bieten insbesondere Einsteigern im Change Management einen hohen praktischen Nutzen. Daran anschließend unterstreicht Kapitel vier die Bedeutung einer frühzeitigen und strukturierten Planung von Schulungsunterlagen für Akzeptanz und nachhaltige Nutzung der neuen Systeme. In Kapitel fünf fasst die Autorin zentrale Erfolgsfaktoren zusammen: Fachkompetenz, Vertrauen, Motivation, Veränderungsfähigkeit und Gesundheit werden als wesentliche Elemente wirksamer Change-Arbeit herausgestellt. Diese ganzheitliche Perspektive rundet das Buch schlüssig ab. In Kapitel sechs ergänzt die Autorin die inhaltliche Auseinandersetzung um einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Organizational Change Management. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Möglichkeiten neuer Technologien wie Künstlicher Intelligenz. Diese werden als unterstützende Instrumente beschrieben, etwa bei der Analyse von Stimmungen, der gezielteren Ansprache von Zielgruppen oder der Strukturierung von Kommunikations- und Veränderungsmaßnahmen. Der Zukunftsausblick bleibt dabei bewusst realistisch und ordnet technologische Innovationen klar als Ergänzung menschlicher Change-Kompetenz ein – nicht als deren Ersatz. Das Buch eignet sich besonders für Personen, die in SAP-Projekten Verantwortung tragen und OCM nicht als theoretisches Konzept, sondern als praktisches Führungs- und Gestaltungsinstrument verstehen möchten. Es bietet eine fundierte Orientierung und konkrete Hilfestellung in einem anspruchsvollen Projektumfeld.

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